mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

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Was kann er denn, der Bambus-Becher?

Ist der Becher spülmaschinenfähig?  Hat er ein Fassungsvermögen von 350 Millilitern? Ist er tropfsicher? Erste Do-It-Yourself-Produkttests mit „Mein Becher für Berlin“, der zur Auftaktveranstaltung 1.000x verschenkt wurde

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Aus der Hand gerissen

Am Freitag, dem 15. Juli, kommt meine Frau von der Auftaktveranstaltung zu „Mein Becher für Berlin“ nach Hause. Sie erzählt, dass die S-Bahn Berlin, die BIO COMPANY und die Marktzeit auf dem Ringbahnsteig des S-Bahnhof Ostkreuz 1.000 Becher an Fahrgäste verteilt hätten, um die Kampagne vorzustellen. Sie zeigt mir Bilder: Gestapelte Mehrwegbecher in einer Umverpackung, die nicht übel aussieht.

Auch das Foto, auf dem 49 Becher zu sehen sind, die der Berliner im Durchschnitt im Jahr pro Kopf verbraucht, ist sehenswert. Aber ich schweige hartnäckig, auch als sie mir berichtet, dass die Becher den Beteiligten manches Mal regelrecht aus den Händen, sogar aus den Verteilkörben gerissen wurden.

Ich warte. Ich warte auf den Becher

Dann holt sie ihn aus der Tasche, und ich reiße ihr das Ding aus der Hand. Meine Vermutung bestätigt sich: Das Gesamtpaket wirkt nicht übel. „Sehr kleingedruckte Schrift“, sage ich nur und verweise auf den Text der Umverpackung. „Ja, aber der Becher ist nachhaltig, darum geht es“, antwortet meine Frau und fährt sichtlich genervt fort: „Er ist spülmaschinengeeignet, langlebig und die Silikon-Banderole kann in der Gelben Tonne entsorgt werden. Zudem fasst er 350 Milliliter, das reicht für deinen Kaffeekonsum unterwegs.“

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Jetzt will ich es wissen

Langlebig? Sie scheint meine Gedanken zu erahnen, denn sie verweist sofort darauf, dass wir IHREN Becher nicht irgendwelchen Testreihen unterziehen, das könne ich gern mit MEINEM Becher machen. Als ich nachhake, wo denn meiner sei, antwortet meine Frau nur, dass ich gesagt habe, mir einen eigenen kaufen zu wollen. „Du kannst ihn aber gern bis dahin benutzen“, höre ich sie mir hinterherrufen,  während ich in die Küche verschwinde. Denn jetzt will ich es wissen, was er kann, dieser Becher für Berlin.

Erste Do-It-Yourself-Produkttests

Er wiegt kaum etwas, der heilige Gral aus Bambus, jedenfalls weit weniger als mein Edelstahlbecher, der irgendwo im Schrank sein Dasein fristet, weil er schwer und mit dem Henkel auch schlecht verstaubar ist. Schließlich  trage ich ja nicht ständig eine Handtasche mit mir herum. Zuerst fülle ich den Becher mit Wasser, schließe den Deckel samt der Trinköffnung und kippe ihn auf dem Tisch um. Nichts. Kein Wasser läuft aus. Also beginne ich ihn zu schütteln, und nur aus dem stecknadelschmalen Belüftungsloch im Verschluss der Trinköffnung tropfen winzige, leider zu vernachlässigende Wasserperlen heraus.

„Das ist ein Becher, kein Shaker“, merkt meine Frau aus dem Hintergrund an. Recht hat sie, wie ärgerlich.  Vorsichtshalber messe ich noch einmal genau nach, tatsächlich: In den Becher passen nicht nur 350, sondern sogar 370 Milliliter Flüssigkeit, wenn man es genau nimmt. Nun studiere ich die Texte der Verpackung, im Kleingedruckten geht doch immer was. Auf der Innenseite finde ich den Hinweis, dass die Silikonteile nicht in den Geschirrspüler sollen. Jetzt habe ich‘s, denke ich erfreut, das taugt halt nichts, das Teil. Wusste ich es doch! Ab in den Spüler mit dem ganzen Ding und heißestes Programm angestellt. Doch der Becher leuchtet im Anschluss immer noch gelb-rot, die grüne Banderole sitzt, der Deckel passt nach wie vor. Kaffee einschenken und Geschmackstest. Was soll ich sagen? Der Kaffee schmeckt.

Was bedeutet eigentlich MEHRWEG-Becher?

In Ruhe trinke ich meinen Kaffee aus und beschließe den Becher abermals zu nutzen, ganz wie gewünscht. Dass es nicht genau die Nutzung ist, die sich meine Frau vorstellt, sehe ich ihrem Gesicht an, als unser Sohn wenig später aus dem Bad ruft: „Oh, was ist das denn für ein schöner Zahnputzbecher?“ Sie schaut mich mit zusammengezogenen Augenbrauen an, bevor sie sich auf den Weg ins Bad macht.

Dieses Mal bin ich es, der ihr hinterherruft: „Na, Mehrweg ist eben Mehrweg. Ich teste mehrere Wege aus, den Becher zu nutzen. Meintest du das nicht?“  Und mit einem Mal entstehen wunderbare Ideen vor meinem inneren Auge, wie ich diesen Becher noch – vorsichtig formuliert – variabel einsetzen kann. Schon ist sie da, die Hoffnung, dass das ja doch alles noch ganz spaßig werden könnte …

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