mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

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Der Einwegbecher oder: 170 Millionen Problemfälle in Berlin

So klein der Einwegbecher auch sein mag, ist er doch ganz groß in der Verschwendung von Ressourcen. Nicht nur im Herstellungsprozess ist das kleine Pappding ein Problem, auch seine Entsorgung ist nicht einfach, denn: Pappe ist nicht gleich Pappe …

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Von Umweltministern

Voller Begeisterung erzähle ich meiner besseren Hälfte, dass auf der Internetseite der Bundesregierung am 11. August ein Artikel erschienen ist, in dem sogar „Mein Becher für Berlin“ erwähnt wird, und zwar als eines der Beispiele, welche Projekte bundesweit laufen, um dem Wegwerf-Verhalten entgegenzutreten.

„Tatsächlich haben die Umweltminister der Länder am 17. Juni beschlossen, die hohe Zahl der Coffee-to-go-Becher verringern zu wollen“, lese ich vor.

Von Pappenheimern

„Man kann es auch übertreiben, oder? Nicht der Pappbecher ist das Problem, sondern die Leute, die ihn in die Gegend schmeißen. Wenn alle unsere Pappenheimer die Dinger im Papiermüll entsorgen würden, wäre das Thema doch durch“, ist der Kommentar.

Empört schnappe ich nach Luft. „Falsch: Pappe ist nicht gleich Pappe, denn die Becher sind kunststoffbeschichtet. Selbst solche, die aus Recycling-Anteilen bestehen, sind oft nur zu 10 Prozent aus Recyclingmaterial hergestellt. Das verwendete Altpapier kann mineralölhaltig sein und ist deshalb für die Becher-Produktion nur begrenzt brauchbar. In den Altpapier-Container gehören die Dinger jedenfalls nie, ganz gleich ob Recyclingbecher oder nicht, beschichtet sind sie nämlich eigentlich alle.“

Von Verschwendern

Plötzlich steht mein Mann auf, mit schuldbewusstem Blick, tritt an unseren Altpapier-Abfalleimer und holt – fein säuberlich unter Papiere geschoben – einen Becher hervor. Schweigend schauen wir das zerknüllte Ding an, und ich sehe nichts als Zahlen. Zahlen der Verschwendung, denn so klein der einzelne Becher auch sein mag, für die Produktion aller in Deutschland verbrauchten Becher werden jährlich enorme Ressourcen verbraucht.

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Von Zahlen der Verschwendung

Laut Deutscher Umwelthilfe ist so viel Strom nötig, dass eine Stadt wie Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern damit zwölf Monate lang versorgt werden könnte. Für die Herstellung der Becher werden jährlich 43.000 Bäume abgeholzt.

Rund 1,5 Milliarden Liter Wasser müssen im Produktionsprozess fließen, damit könnte ein Jahr lang der Wasserverbrauch einer mittleren Kleinstadt gedeckt werden. Diese Zahlen beziehen sich nur auf die Herstellung des Bechers, Kunststoffdeckel, Rührstäbchen oder Papiermanschetten sind hier noch nicht eingerechnet. „Er kommt in die Gelbe Tonne“, sage ich nur.

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Vom Glitzern in den Augen

„Vielleicht kann ich ihn ja spülen und nochmal benutzen?“, fragt mein Mann und schaut zum Geschirrspüler, ein seltsames Glitzern in den Augen. Schützend stelle ich mich vor den Küchenhelfer. „Du willst einen Pappbecher in den Geschirrspüler stellen, damit du keinen Mehrwegbecher nutzen musst? Es wurden im ersten Monat so viele Becher verkauft, dass wir bereits jetzt fünf Bäume spenden können, auch die Politik beginnt zu handeln.

Nur du stellst dich an. So außergewöhnlich ist ein Mehrweg-Becher nicht. Immer mehr Bäckereien und auch die großen Kaffeeläden gewähren inzwischen Rabatte, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Du sparst und schonst die Umwelt.“

Von alten Gewohnheiten

„Ja, ich weiß: Einweg ist kein Weg! Dann bestelle ich jetzt halt eine Pizza und packe mir morgen mein Pausenbrot in den Pappkarton ein“, mault meine bessere Hälfte. „Ach, auch hier gibt es schöne Mehrweg-Lösungen“ entgegne ich und zeige meinem Mann eine bunte Brotdose unseres Sohnes.

Jetzt muss er lachen, und ich frage ihn, ob wir nicht lieber zum Italiener gegenüber gehen wollen, um dort jetzt eine Pizza zu genießen – auf Tellern und so. Wir machen uns sofort auf den Weg, denn es ist nicht immer schwierig, sich von alten Gewohnheiten zu lösen, manchmal schmeckt‘s sogar besser.

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