mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

Ab jetzt gibt’s den Nachlass auf alle Heißgetränke dauerhaft Zurück zum Blog Müllvermeidung 2: Umverpackungen bei uns zu Hause

Müllvermeidung 1: Bio und Umverpackungen

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und nicht alles, was Bio ist, punktet mit einer umweltverträglichen Verpackung. Keine neue Erkenntnis, die aber wenig nützt, wenn sie nicht umgesetzt wird. Ein kritischer Blick auf das eigene Einkaufsverhalten zeigt, dass da noch Luft ist, jede Menge Luft nach oben und in vielen Umverpackungen.

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Viel Verpackung und jede Menge Luft

Da ist noch viel Luft. Nicht nur in den üppigen Verpackungen, die unsere Produkte des täglichen Bedarfs  umschließen, durchaus auch in meinem Einkaufsverhalten. Seit meine Frau und ich das Thema Einwegbecher diskutieren, bemerke ich, dass ich immer kritischer auf die Produkte schaue, die sich in unserem Kühlschrank tummeln. In der BIO COMPANY beschließe ich deshalb, das Einkaufsverhalten meiner Liebsten genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine Weltverbesserin wird hinterfragt

Wir betreten den Eingangsbereich und mein Blick, der sofort die Mehrweg-Becher auf dem Tresen des Backstandes fokussiert, wird schnell vom Apfelstrudel abgelenkt …

Halt! Deswegen sind wir doch eigentlich nicht hier! Zurück zu den Bechern.

Fein säuberlich zur Pyramide gestapelt, stehen sie da, einladend, bunt, griffbereit. Da könnte man sich doch gleich einen köstlichen Kaffee einschenken lassen. Erstmalig denke ich, dass es ein klein wenig ärgerlich ist, dass ich den auf dem Biohoffest gekauften Bambus-Becher nicht in der Tasche habe. Schließlich hatte ich nach dem Einkauf meine Tasche entmüllt, um dem kleinen Weltverbesserer Platz zu verschaffen. Naja. Ab morgen … Jetzt gilt es, sich zu konzentrieren, in die Offensive zu gehen – um die Weltverbesserin an meiner Seite zu hinterfragen.

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(K)eine Vorlage zum Siegtreffer

„Ich finde es gut, dass wir dieses Phenyldeoxdings …, also, dass wir ungespritzte Sachen einkaufen“, sage ich und lange beiläufig nach einer Zitrone in der Obst- und Gemüseauslage.

Meine Frau blickt mich etwas schief an: „Ja, darauf achten wir doch auch.“

Ha! Da setze ich den Ball auf den Elfmeterpunkt. Sagte meine Liebste „auch“? Eine Vorlage, die ich umgehend zum Siegtreffer nutzen will. Denn ich bin nicht der Meinung, dass wir auf viele Dinge beim Einkauf von Lebensmitteln achten und hole aus: „Naja, die Pflaumen, Weintrauben und Tomaten sind ja schließlich auch immer verpackt, wobei ‚Bio‘ draufsteht. Da erscheint mir noch Luft nach oben vorhanden zu sein, Verpackungsmüll zu vermeiden.“

„Deswegen kaufen wir ja das Obst und Gemüse lose ein oder nutzen Papiertüten“, antwortet meine Frau, inzwischen ein wenig angestrengt.

Soso. Machen WIR das?

Und als hätte ich mit diesem Gedankengang nicht genug zu tun, fügt sie hinzu: „Wir kaufen Milch und Saft in Mehrwegflaschen, holen beispielsweise den Aufschnitt an der Fleisch- und Wursttheke, die Brötchen und das Brot am Backstand …“

Bio = Müllvermeidung?

Auch wenn sie es nicht ausspricht, verstehe ich: SIE kauft so ein, nicht ICH. Sie rennt immer hierher, während ich auch gern mal schnell mit dem Auto irgendwo ranfahre, um den Einkaufskorb zu füllen. Wenn ich bisher auf irgendetwas geachtet habe, dann nur darauf, dass Bio draufsteht, damit meine Frau nicht herummault. Bedrohlich nähern sich in meinem Hinterkopf die zwei Pakete Saft, die ich vorgestern an der Tankstelle gekauft habe. Kein Bio-Saft, aber ökologisch gedacht, war der Weg zur Tankstelle kürzer als der zum Discounter. Es folgt die Einsicht, dass MEINE Saftverpackungen in die Gelbe Tonne wandern und IHRE Glasflaschen zurückgegeben und nochmals verwendet werden.

Mein gedanklich vom Elfmeterpunkt getretener Ball zischt in diesem Moment um Längen an der rechten, oberen Dreiangel vorbei. Bio bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Produkt umweltverträglich verpackt ist, und es liegt an mir genauer hinzuschauen. Verdammt! Das ist sicherlich keine neue Erkenntnis, aber ohne Umsetzung nützt sie wenig.

Die Geister, die ich rief

Als hätte meine Frau wieder einmal mehr meine Gedanken gelesen, sagt sie, während sie den Wagen zur Kasse schiebt: „Dieses Verpackungsthema, das wollte ich ohnehin demnächst ausführlicher angehen. Bist du dabei?“

Was soll ich da noch sagen? Das sind wohl die Geister, die ich rief.

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