mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

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Müllvermeidung 2: Umverpackungen bei uns zu Hause

Ressourcenschonender Konsum kann mühselig sein, muss er aber nicht! Denn es gibt viele Beispiele, wie unverpackte Lebensmittel, Eco-Brotboxen aus Edelstahl, Rabatt auf Heißgetränke im Mehrwegbecher und gemeinsame Kaffeepausen, die’s leichter machen …

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Von einem Tag, der sich wehrt, und dem Gedanken, dass bald zwei Erden gebraucht werden

Es ist früher Morgen, das Kind will nicht zur Schule, der Kaffee ist bitter, die Musik im Radio grausam. Gut, ich verstehe: Der Tag wehrt sich! Und er gedenkt nicht, damit aufzuhören, vielmehr scheint er mir regelrecht ins Gesicht zu grinsen, als ich am frühen Nachmittag den Eimer öffne, um wieder eine Kleinigkeit Müll zu entsorgen.  Unser Plastikmüll, das Ergebnis von zwei Tagen, ist atemberaubend! Wutentbrannt häufe ich alles auf den Tisch. Klingt widerlich, ist es auch.

Woher kommen diese Plastikmengen?

Sind wir nicht dabei, Müll zu vermeiden? Mit kritischem Blick seziere ich den Haufen, und der Versuch der Rechtfertigung klingt kümmerlich: „Die Milch in Glasflaschen war ausverkauft, Sohnemann isst so gern Eis, Taschentücher bekomme ich nur verpackt.“ Ganz gleich, wie ich es drehe und wende: Es bleibt bergeweise Zeug, das unnötig ist. 2030 wird die Menschheit zwei Erden brauchen, um ihren Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Diese WWF-Meldung der letzten Tage geht mir durch den Kopf, und ich fühle mich schlecht. Schlichtweg mitschuldig.

Kann man mit Vorratsgläsern die Welt retten?

Kurzentschlossen werfe ich zwei Vorratsgläser in die Tasche und komme doch ins Zweifeln:  Kann man damit wirklich die Welt retten? Egal, irgendwo muss ich anfangen. Also hole ich meinen durchaus überraschten Mann von der Arbeit ab und entführe ihn nach Berlin-Mitte: Hier, in der 50. BIO COMPANY-Filiale, die im Oktober eröffnet wurde, gibt es unverpackte Lebensmittel.

 

Ein einfaches Prinzip:

– Glas – oder was auch immer transportgeeignet ist –  abwiegen.

– Kleber mit Gewichtangabe aufs Glas kleben, damit es an der Kasse abgezogen wird.

– Mit dem Abfüllen beginnen.

 

Nudeln und Gummibärchen sind das Erste, was wir einkaufen. Meine bessere Hälfte bemerkt, dass es mir nicht gut geht, und bietet an, noch ein weiteres von den Gläsern, die zum Mitnehmen angeboten werden, mit Süßkram zu füllen. Dankend lehne ich ab und häufe stattdessen unverpacktes Obst und Gemüse in den Einkaufskorb. Wenige Schritte weiter betrachte ich den glänzenden Edelstahl der Eco-Brotboxen, in denen man sein Essen zur Arbeit transportieren kann. Ein guter Ansatz, aber ich arbeite zu Hause, und meinem Mann brauche ich das nicht vorschlagen: Der Kantinenbesuch ist sein tägliches Ritual.

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Gemüse ohne Verpackung im Einkaufskorb 2016/11/DSC_0404.jpg
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Jetzt dauerhaft Rabatt für den Alleskönner der Mein Becher für Berlin-Kampagne

„Das finde ich gut, das mit dem Abfüllen der Lebensmittel“, sagt meine bessere Hälfte und schiebt mich zum Backstand. „Damit kann man wirklich Müll sparen.“ Tatsächlich verspüre ich ein wenig Rührung und im Einkaufskorb das Gewicht der Vorratsgläser, von denen das große ohne Inhalt schon über 600 Gramm auf die Waage bringt. Aber so ist das, ressourcenschonender Konsum ist auch mühselig, denke ich trotzig, während mein Mann die Tasche öffnet.

Heraus zieht er den bunten Allrounder, schiebt ihn über den Tresen und bestellt einen Kaffee.  „Du siehst heute aus, als könntest du einen gebrauchen?“, fragt er.  Die Frau hinter dem Tresen reicht uns wenig später den Becher, der ein verführerisch-duftendes Aroma verbreitet. Sie sagt: „Sie erhalten auf Heißgetränke, die in den Mehrwegbecher der Mein Becher für Berlin-Kampagne  abgefüllt werden, jetzt dauerhaft Rabatt. So lange sie den Becher haben, können sie Geld sparen. Wussten Sie das schon?“

Ab jetzt gilt es, jedes Produkt unter die Lupe zu nehmen

Wenig später sitzen wir am Tisch, direkt am Fenster, schauen hinaus auf das bunte Treiben der Chausseestraße, und der Kaffee schmeckt.  Mein Mann hat den Becher genutzt, staune ich. Irgendwann beginne ich zu erzählen, dass mir die Meldung des WWF Sorgen bereite, und meine bessere Hälfte greift meine Hand. „Dann lass uns das mal durchziehen, zur Probe“, sagt er. „Wir nehmen jetzt beim Einkauf jedes Produkt unter die Lupe, mal sehen, was dabei herauskommt. Und solange du unsere Wäsche nicht mit selbstgemachten Kastaniensud reinigen willst, bin ich dabei.“

Es ist selten, aber ich bin sprachlos, und ich denke, dass dieser Tag doch noch aufgehört hat, sich zu wehren. Mit einem Mal ist nichts mehr mühselig. Schon gar nicht ressourcenschonender Konsum.

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