mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

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Ein Kreislauf der Natur oder: unter Berliner Bäumen 2.0

Ein Spaziergang zeigt: Der Umgang der Berliner mit den Überresten des Baumbestandes ist kreativ. Doch um für jeden Stumpf einen neuen Baum anzupflanzen, braucht es weiterhin Geld …

Verschönerter Baumstumpf durch eine Schale mit Blumen 2017/06/DSC_0150.png

Vom Straßenbaum zum Kletterbaum?

Zugegeben: Vor fast einem Jahr war ich nicht sonderlich begeistert davon, mir im Schlepptau meiner besseren Hälfte und unseres Sohnes irgendwelche Straßen und deren Bepflanzungsstände anzusehen. Inzwischen sind zehn Monate vergangen, seit wir erstmals eine Radtour gemacht, Bäume betrachtet und Linde „Linda“ aufgesucht haben. Damals hatte unser Sohn dem recht frisch gepflanzten Bäumchen seinen Namen verpasst, und sich daran erfreut, dass der grüne Nachwuchs in unserem Kiez ungefähr in seinem Alter sein könnte.

Wieder ist es ein sonniger Nachmittag, der für einen entspannten Familienausflug genutzt wird, und bald stehen wir wieder vor ihr. Tatsächlich geht es ihr gut, Linda ist schön gewachsen und hat stolz ihren leuchtend grünen Blätterfächer gen Himmel gestreckt. Mittlerweile haben wir akzeptiert, dass unser Sohn sie als vollwertiges Familienmitglied ansieht, während er hinnehmen muss, dass  wir sie nicht als Kletterbaum in unseren Garten umpflanzen werden.

Vom kreativen Umgang mit den Überresten des Berliner Baumbestandes

Auf dem weiteren Spaziergang  erscheint es dann auch unumgänglich, dass Sohnemann auf dem Rückweg alle Baumstümpfe betätschelt und ihnen gute Besserung wünscht. Seine Begeisterung lenkt unseren Blick darauf, wie kreativ die Nachbarn im Kiez mit den Überresten des Berliner Baumbestandes umgehen. Wir entdecken Baumstümpfe mit Gesichtern, bei denen wir uns nicht entscheiden können, ob sie amüsiert, erstaunt oder traurig schauen.

Wir sehen sogar einen mit Blumentopf dekorierten Überrest und fragen uns:

Was passiert eigentlich mit den hölzernen Überbleibseln am Wegesrand?

Eine noch im Laufen vorgenommene Kurzrecherche im Internet ergibt, dass sie stehen bleiben, bis sie von Spezialfirmen entfernt werden. Plötzlich können wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es ziemlich viele Baumstümpfe sind …

Berliner Straßenbaum-Impression mit alter Gaslaterne. 2017/06/DSC_0273.png
Erstaunt? Eines der Berliner Baumgesichter. 2017/06/DSC_0132.png
Bestrickend schön: ein bestrickter Parkpoller. 2017/06/DSC_0117.png
Lichtdurchflutete Baumkronen 2017/06/DSC_0243.png
Linde „Linda“ wächst und gedeiht. 2017/06/DSC_0210.png
Fünf neu gepflanzte Bäume der Stadtbaumkampagne an einer Hauptstraße. 2017/06/DSC_0109.png
Ein Baumgesicht mit drei Grashalmen als „Haarpracht“. 2017/06/DSC_0180.png

Und manchmal werden Parkpoller bestrickt

„Die Stadtbäume werden nun mal im Schnitt nicht so alt wie ihre Artgenossen in den Wäldern. Und so wie ich es verstanden habe, ist der Berliner Baumbestand nicht besonders krank, das ist vermutlich einfach der Lauf der Zeit, ein Kreislauf der Natur“, sagt meine Frau im Weitergehen.

Wir passieren eine der Hauptverkehrsadern und  bemerken am Straßenrand zahlreiche neue Bäume der Stadtbaumkampagne. Im letzten Sommer parkten hier Autos, die Baumscheiben waren als solche nicht einmal auszumachen. Und mit einem Mal sehen wir tatsächlich den Kreis, der sich schließt: Es gibt alte Bäume, die gefällt werden müssen. Stümpfe warten darauf, entfernt zu werden. In die vereinsamten Baumscheiben kommt irgendwann wieder grüner Nachwuchs, der dann,  wie Linda, seinen Platz und Raum erobert. Und manchmal werden im Lauf dieses Kreislaufes – Seltsamkeiten sind niemals ausgeschlossen – die Parkpoller der Baumscheiben sogar bestrickt. Wir müssen lachen und machen uns auf den Weg  nach Hause.

Einfach immer weitermachen, denn für neue Bäume braucht es Geld

Auf dem Heimweg denke ich darüber nach, dass für neue Bäume in Berlin weiterhin Geld benötigt wird. Sofort kaufe ich in der BIOCOMPANY einen bunten Mehrwegbecher und freue mich darüber, wieder zwei Euro gespendet zu haben. Irgendwen werde ich im Familien- oder Freundeskreis finden, den ich noch nicht damit beschenkt habe. Als wir nach Hause kommen, gießen Sohnemann und ich die Kastanien vor unserer Tür.

Mir ist klar: Sollte ich es doch einmal vergessen oder schleifen lassen mit der Baumpflege, wird mich unser eigener Nachwuchs mahnend daran erinnern. Es gilt halt einfach immer weiterzumachen, denn schließlich möchte er später seinen Kindern auch so wundervolle Bäume zeigen. Und Linda dürfte ja auch dann noch in seinem Alter sein.

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