mein becher für berlin

Mia Schreiber

Mia engagiert sich begeistert in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit …

Max Schreiber

… und Max natürlich auch, zumindest ab morgen, denn heute hat er leider keine Zeit!

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Berlins Bio-Thusnelda

In Moabit eröffnet die Marktzeit Berlin einen weiteren Bio-Wochenmarkt, ein Anlass, darüber nachzudenken, ob „Bio“ manchmal auch entschleunigt.

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Berlins kürzeste Allee lädt nun wöchentlich zum Bio-Wochenmarkt

Der Wind pfeift um die Ecken, und der Frühling lässt auch am 10. Mai auf sich warten. Von der Kälte und den am Himmel dahinjagenden Wolken unbeirrt, eilt Brigitta Voigt, Marktleiterin der Marktzeit Berlin, über den Vorplatz der Heilands-Kirche, der so breit ist wie die Thusnelda-Allee kurz: rund 50 Meter. Strahlend verteilt Voigt Sektgläser an die Marktstandbetreiber, geladenen Gäste und Kunden, denn heute gibt es Grund zum Feiern:

Im Herzen Moabits eröffnet sie einen Wochenmarkt, der jeden Mittwoch in der Zeit von 12 bis 18 Uhr dazu einlädt, regional und in Bio-Qualität erzeugte Spezialitäten und  Lebensmittel zu erwerben. Abgerundet wird das Angebot mit einem antiquarischen Büchertisch, Schmuck, Schnittblumen, afrikanischen Tüchern und einem Stand, der vor Ort geräucherten Fisch zum Erlebnis macht.

Geräucherter Fisch 2017/05/DSC_0977.jpg
Verschiedene Obtsorten 2017/05/DSC_0958.jpg
Schnittblumen 2017/05/DSC_0923-n.jpg
Brigitta Voigt, Marktleiterin der Marktzeit teils Sekt aus 2017/05/DSC_0985.jpg

Eine Oase der Ruhe – entschleunigt „Bio“?

Mitten im Moabiter Trubel, der auf der kreuzenden Turmstraße den Alltag prägt, scheint der kleine Platz eine Oase der Ruhe. Den Segen hat der Wochenmarkt zur Eröffnung durch einen kurzen Dankgottesdienst erhalten, begleitet von Klaviermusik, und nun sitze ich auf einer der Bierbänke und beobachte das Treiben um mich herum.

Senftöpfe 2017/05/DSC_0971.jpg
Mören und Sellerie 2017/05/DSC_0967.jpg
Begletende Klaviermusik 2017/05/DSC_0953.jpg
Auch der Becher für Berlin ist wieder mit dabei 2017/05/DSC_0025.jpg

Am Kaffeestand werden die letzten Vorbereitungen getroffen, und natürlich fehlt der bunte Allrounder der Mein Becher für Berlin-Kampagne nicht. Wenige Schritte weiter serviert ein Koch selbstgemachte Nudeln, direkt gegenüber wechselt ein Blumenstrauß den Besitzer. Am Obst- und Gemüsestand gibt es eine Beratung, wie viele Kartoffeln für ein Menü mit sechs Personen nötig sind, während der Fleischer seine Ware noch einmal drapiert, damit sie ansprechender aussieht. Mit einem Mal frage ich mich, ob sich die Betreiber des Biomarktes mehr Zeit nehmen als jene auf dem Wochenmarkt in meinem Kiez, der fast ausschließlich konventionell produzierte Waren verkauft? Ist „Bio“ manchmal auch Entschleunigung?

Was ist denn „Bio“?

In jedem Fall eine Entscheidung für einen bewussteren Konsum, da bin ich mir umgehend sicher. Und die Besucher des Wochenmarktes scheinen meinen Gedanken zu bestätigen: Sie verweilen vor den Waren und wählen sehr bewusst aus, welche Möhren sie wollen, sie kennen ihre Lieblings-Apfelsorte und befragen den Bäcker nach den Zutaten des Brotes. Eile scheint hier, zumindest an diesem Tag, ein Fremdwort zu sein.

Manchmal ist langsamer und weniger einfach mehr

Als ich mich wenig später wieder in den Menschenstrom einreihe, der die Turmstraße entlangeilt, spüre ich sofort das höhere Tempo, in dem die Passanten vorbeieilen, gedankenversunken, in Handygespräche vertieft. Bewusst behalte ich meinen verlangsamten Schritt bei und nehme die Entschleunigung der Bio-Thusnelda mit in die U-Bahn. Manchmal ist langsamer und weniger einfach mehr.

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